Topolino Historie


Entwicklung von Zero A und Modell 500 A

Im Jahr 1934 gab es von Fiat den Balilla, ein Auto, das sich viele leisten konnten, aber lange nicht alle. Senator Giovanni Agnelli hatte deshalb die Idee, ein Auto für „alle“ herstellen zu lassen. Nach intensiven Diskussionen mit dem Direktor Ing. Antonio Fessia der Firma „ Ufficio Tecnico Motori Avia“ in Lingotto gab er dieser Firma den Auftrag, ein solches Fahrzeug zu entwickeln. Dante Giacosa, ein junger Ingenieur in der Firma mit einem Team von weiteren Ingenieuren, gelang das Kunststück, innerhalb von zwei Jahren intensiver Arbeit den ersten Prototyp des „Topolino“, den Zero A, fertig zu stellen. Der Buchstabe „A“ steht übrigens für „Aviazione“, der Abteilung der Firma „Ufficio Tecnico Motori Avia, die für die Entwicklung verantwortlich war. Die Anforderung an den Zero A war ein Radstand von 2000 mm, mit 4-Zylinder-Frontmotor und einer Leistung von 6 CV (steuerlich), Heckantrieb, zwei Sitzen und Platz für zwei Kinder oder Gepäck und mit niedrigsten Verkaufspreisen.

Die erste Serie des Topolino 500 A wurde am 15 Juni 1936 der Öffentlichkeit vorgestellt, als ein Auto für die Arbeit und zum Geld-Sparen. Dieses Auto war von Anbeginn in Italien ein sehr großer Erfolg, aber auch speziell in England.

Der erste Topolino, eine Berlina mit einem 4-Zylinder 569 cm3Motor und einer Leistung von 13 PS bei 4000 Upm, einem 4-Gang Getriebe mit Rückwärtsgang und Heckantrieb, 85 km/h Höchstgeschwindigkeit und einem Verbrauch von 6 Litern/100 km kostete damals 8900 Lire.

Insgesamt wurden von diesem Modell in den Jahren 1936 – 1948 122.000 Stück hergestellt.

 

Das Modell 500 B

Im Jahr 1948 löste dann der weiter entwickelte Topolino 500 B das A-Modell ab. Der Unterschied zum Modell A bestand im wesentlichen in einem neuen Motor, der oben liegende Ventile in einem Grauguss-Zylinderkopf hatte und auf eine Leistung von 16, 5 PS kam. Zum ersten Mal gab es auch ein weiteres Modell, den 500-B Giardiniera,  ein Familien-Kombi mit 4 Sitzen.

Von 1948 – 1949 wurden von der B-Serie insgesamt 21.000 Fahrzeuge gefertigt.

 

Das Modell 500 C

1949 brachte Fiat eine wesentliche Überarbeitung des Topolino auf den Markt, den Topolino 500 C. Dieses Fahrzeug erhielt eine völlig neue Karosserie mit in die Kotflügel integrierten Scheinwerfern und einem geänderten Armaturenbrett und einer Fahrzeug-Heizung, inspiriert vom damaligen amerikanischen Stil. Der Motor war anfangs der aus dem Typ B, später wurde der Grauguss-Zylinderkopf durch einen aus Aluminium ersetzt. Etliche weitere Modifikationen kamen im Lauf des Lebens des C-Modells hinzu. Schon 1949 gab es - wie zuvor - den 500-C Giardiniera. Das Modell 500-C Belvedere, ebenfalls ein Familien-Kombi, aber komplett aus Blech und nicht in Holz-Blech Verbundbau des Giardiniera, kam 1951 auf den Markt. 1955 bedeutete das Ende der Topolino Produktion, das Modell Fiat 600 wurde stattdessen als Nachfolger vorgestellt.

Von 1949 – 1955 wurden von der C-Serie 370.000 Einheiten produziert.

Zwei wichtige Tatsachen sollen nicht unerwähnt bleiben – zum einen gab es eine sehr große Anzahl von Sondermodellen, die meistens spezielle Karosserien  auf Topolino Fahrgestellen hatten und von Klein-Firmen gefertigt wurden, und zum anderen hat Fiat Fertigungslizenzen in viele Europäische Länder vergeben, wo dann Topolino Autos  hergestellt wurden, oft mit einigen nationalen Komponenten versehen.